Zusammenfassung
TUI hat in dieser Woche alles gegeben und seine französische Kundschaft mit French-Days-Angeboten für Club-Urlaube ab Frankreich überschwemmt. Aus einer gewöhnlichen saisonalen Verkaufsaktion wurde so eine echte Machtdemonstration gegenüber der Konkurrenz. Der deutsche Reiseveranstalter weiß, dass sich im Zeitraum der French Days ein überproportionaler Anteil der Buchungen für das Jahresende konzentriert. Deshalb scheute er keine Mühen, E-Mail-Erinnerungen zu verschicken und seine Website prominent zu gestalten, um Unentschlossene zu gewinnen, bevor die Konkurrenz in den Postfächern der Franzosen auftaucht. Air France setzte unterdessen auf ein anderes Feld, nämlich das Markenimage. Eine Reihe von Ankündigungen zum Bordservice und zu neuen Kabinenkonfigurationen fand in der Fachpresse breite Resonanz und machte deutlich, dass die französische Airline weiter in das Kundenerlebnis investiert, um sich auf Langstrecken abzuheben.
Details
Diese Dynamik beschränkt sich nicht auf den klassischen Luftverkehr. Accor nutzte die Zeit, um neue Hoteleröffnungen in Frankreich anzukündigen, und bestätigte damit den Wunsch der Hotelgruppe nach einem immer dichteren Netz. An vorderster Front dieser Expansion steht die Marke ibis. Das zeigt, dass das Economy- und Mittelklassesegment für den Hotelriesen der verlässlichste Wachstumsmotor bleibt. Auf der Schiene hat SNCF Voyageurs im TGV-Netz zahlreiche Promotionen und Neuerungen angekündigt. Diese Strategie zielt sowohl darauf ab, Geschäftsreisende zu binden, als auch Familien dazu zu bewegen, für ihre Jahresendreisen den Zug zu nehmen. Auch bei der Autovermietung steht Europcar weiterhin im Mittelpunkt der Buchungsvergleiche und gilt als unverzichtbare Referenz für Franzosen, die Straßenreisen planen. Im Vertrieb hinterließ Havas Voyages auf der Messe IFTM einen starken Eindruck und bestätigte, dass physische Agenturnetze angesichts des wachsenden Einflusses der Digitalisierung noch immer eine wichtige Rolle spielen. Club Med setzte auf kommerziellen Handlungsdruck, indem das Unternehmen Last-Minute-Angebote für Abreisen zwischen Ende September und Mitte Oktober in den Vordergrund stellte. Das ist eine klassische, aber weiterhin wirksame Taktik, um die verbleibenden Dörfer vor dem Ende der Hochsaison zu füllen. Schließlich fielen zwei Akteure im Low-Cost- und Hybridflugverkehr auf: Transavia, eine Tochter der Air France-KLM-Gruppe, war mit mehreren Sonderprogrammen und Netzausbauten verbunden. easyJet überraschte mit neuen Angeboten für Geschäftskunden in Frankreich. Dieser Vorstoß verwischt die Grenzen zwischen Low-Cost-Carriern und traditionellen Fluggesellschaften noch etwas mehr.
- 1TUI hat in dieser Woche alles gegeben und seine französische Kundschaft mit French-Days-Angeboten für Club-Urlaube ab Frankreich überschwemmt.
- 2Aus einer gewöhnlichen saisonalen Verkaufsaktion wurde so eine echte Machtdemonstration gegenüber der Konkurrenz.
- 3Der deutsche Reiseveranstalter weiß, dass sich im Zeitraum der French Days ein überproportionaler Anteil der Buchungen für das Jahresende konzentriert.
- 4Deshalb scheute er keine Mühen, E-Mail-Erinnerungen zu verschicken und seine Website prominent zu gestalten, um Unentschlossene zu gewinnen, bevor die Konkurrenz in den Postfächern der Franzosen auftaucht.
- 5Air France setzte unterdessen auf ein anderes Feld, nämlich das Markenimage.
Fazit
Abzeichnen tut sich eine französische Reisebranche im vollen Herbstaufschwung, in der jeder Akteur versucht, vor dem Winter das eigene Tempo vorzugeben. Die großen Namen der Luftfahrt setzen auf Erlebnis und Netz, die Hoteliers auf territoriale Expansion, die Bahn auf günstige Preise. Autovermieter und klassische Vertriebspartner beweisen, dass sie trotz zunehmender Digitalisierung weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen. Für französische Reisende zeigt sich diese Phase starken Wettbewerbs konkret in einer wachsenden Zahl von Promotionangeboten und Last-Minute-Optionen. Das ist ein besonders günstiger Rahmen für alle, die den richtigen Zeitpunkt abwarten, bevor sie ihre nächste Reise buchen.