Zusammenfassung
Das „Genre-Fest“ von Rakuten Ichiba, das am 4. Oktober beginnt, hat den Startschuss für die herbstliche E-Commerce-Schlacht gegeben. Von Elektronik über Mode bis hin zu Lebensmitteln wurden Rabattaktionen speziell für einzelne Warengruppen aufgelegt, und die Verbraucher haben bereits begonnen, im Voraus abzuwägen, in welcher Kategorie sie zuschlagen wollen. Statt eines simplen Sale auf alle Produkte hat sich das Konzept, für jedes Genre andere Verkaufsargumente in den Vordergrund zu stellen, bewährt: Schon vor dem Start schnellten die Erwähnungen in sozialen Netzwerken und auf Vergleichsportalen in die Höhe. Damit hat Rakuten einmal mehr seine Stellung als einer der größten Marktplatzbetreiber Japans unterstrichen.
Details
Im Raum Nagoya veranstaltet JR Nagoya Takashimaya seit dem 24. September fortlaufend Events und Pop-up-Stores und zeigt damit, dass Kaufhäuser mehr sind als bloße „Kisten“, nämlich erlebnisorientierte Einkaufsorte. Parallel dazu startete der Marktführer im Secondhand-Bereich, 2nd STREET, eine Ankaufkampagne in rund 950 Filialen im ganzen Land und fördert damit ein kreislauforientiertes Kaufverhalten, bei dem nicht benötigte Artikel verkauft und in neuen Konsum überführt werden. Amazon hingegen kündigte sein „Prime Dankeschön-Festival“ an, das am 16. Oktober startet; die Suchanfragen sind im Vorfeld auf die Erwartung früher Angebote hin stark gestiegen. Amazon Japan, das bei Suchen und Vergleichen stets als Bezugspunkt genannt wird, behält seine Präsenz unverändert und bleibt als Einstiegspunkt für den Preisvergleich wichtig. Im Streetwear-Kontext eröffnete HUMAN MADE am 26. September in Harajuku seinen Flagshipstore, vor dem sich Fans in langen Schlangen aufstellten. Zeitgleich eröffnete PARCO im September eine neue dauerhafte Filiale und stärkt damit seine Rolle als Heimat für Markenshops. BOOKOFF, ein Allround-Händler für Gebrauchtbücher und Secondhand-Waren, behielt inmitten anhaltend steigender Preise seinen festen Platz in Vergleichsdiskussionen als Symbol für „kluges Konsumieren“. Qoo10, bekannt für koreanische Kosmetik, wird weiterhin im Zusammenhang mit Rabatten genannt, da die Nachwirkungen der vorherigen großen Aktion noch spürbar sind. Und OMMO, das am 11. September seine erste dauerhafte Filiale eröffnete, wurde umfassend als Sinnbild dafür berichtet, dass Online-Marken in den stationären Handel vordringen.
- 1Das „Genre-Fest“ von Rakuten Ichiba, das am 4.
- 2Im Raum Nagoya veranstaltet JR Nagoya Takashimaya seit dem 24.
- 3Amazon hingegen kündigte sein „Prime Dankeschön-Festival“ an, das am 16.
- 4Im Streetwear-Kontext eröffnete HUMAN MADE am 26.
- 5Qoo10, bekannt für koreanische Kosmetik, wird weiterhin im Zusammenhang mit Rabatten genannt, da die Nachwirkungen der vorherigen großen Aktion noch spürbar sind.
Fazit
Betrachtet man das Gesamtbild, lässt sich der heutige E-Commerce-Markt nicht mehr allein als Wettbewerb um Online-Angebote beschreiben. Während großangelegte Kampagnen von Rakuten und Amazon die Kauflust entfachen, wirken physische Berührungspunkte wie Kaufhäuser, Markenflagshipstores und Secondhand-Läden als Verstärker für die Online-Aufmerksamkeit. Vom Ankauf gebrauchter Waren über den frühen Verkauf neuer Produkte bis zur Eröffnung von Flagshipstores greift der gesamte Konsumzyklus inzwischen als eine große Handelssaison ineinander. Genau darin scheint der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen E-Commerce- und Einzelhandelsszene Japans zu liegen.