Zusammenfassung
Dass die Stimmung in der heutigen Uhrenbranche maßgeblich von Seiko geprägt wurde, steht außer Frage. Auf das am 9. Oktober angekündigte limitierte Modell zum 145-jährigen Jubiläum folgte am 24. Oktober die viel beachtete Kooperationsuhr, und diese zweistufige Strategie, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, ist eindrucksvoll aufgegangen. Statt einer bloßen Produktvorstellung wurde mit der Botschaft "Die Geschichte der Marke feiern" eine Erzählung geschaffen, die auch Menschen außerhalb der Uhrenszene angesprochen hat. Die über Jahrzehnte gewachsene Zeit seit der Gründung selbst in Produktwert zu verwandeln, ist eine Vorgehensweise, die man als besondere Stärke traditionsreicher Marken bezeichnen kann.
Details
Von Seikos Schwung mitgerissen, blieb auch Casio nicht zurück. Am 16. Oktober stellte das Unternehmen neue Modelle der PRO TREK vor, der Outdoor-Uhr schlechthin, und verstärkte zugleich die Präsenz neuer Produkte der OCEANUS-Reihe. Dass die Marke zwei auf den ersten Blick gegensätzliche Linien, Robustheit und Luxusgefühl, gleichzeitig bedienen kann, zeigt die Vielseitigkeit von Casio. Citizen zog kurz darauf nach und brachte am 15. Oktober ein limitiertes Modell der Series8 auf den Markt, was deutlich machte, dass der Neuheiten-Reigen im Mittelsegment des Uhrenmarkts weitergeht. Im Inland hält zudem Grand Seiko, die Hochpreislinie der Seiko-Gruppe, durch Markenveranstaltungen und begleitende Berichte seine Stellung als Luxusuhr aufrecht. Dass drei Unternehmen mit unterschiedlichen Preisklassen und Kundenkreisen zur selben Zeit aktiv wurden, zeigt eindrucksvoll, wie der japanische Uhrenmarkt seine breite Basis als Stärke nutzt. Auch ausländische Anbieter blieben nicht untätig. Die italienische Marke D1 Milano brachte am 23. Oktober eine Neuheit heraus und hat sich als modeaffine Designeruhr eine eigene Position geschaffen. Die heimische Marke MATOW stärkte am 17. Oktober mit einer neuen Farbkollektion ihre Präsenz im Damenuhrenmarkt, und das amerikanische Unternehmen TIMEX nahm ab dem 22. Oktober Vorbestellungen für neue Modelle entgegen und sprach mit retro inspirierten Designs seine treue Fangemeinde an. Die Meldung der traditionsreichen Schweizer Marke ORIS vom 16. Oktober wurde in Fachmedien breit aufgegriffen und sorgte unter Liebhabern mechanischer Uhren für Gesprächsstoff. BULOVA, ein klassischer Anbieter importierter Uhren, setzte die Vorstellung neuer Modelle auf der offiziellen Website fort und baute ohne großes Aufsehen eine stetige Sichtbarkeit auf. Besonders auffällig war der ungewöhnliche Schritt des Automobilherstellers MAZDA: Mit einer gemeinsam mit Seiko entwickelten Armbanduhr entstand das seltene Phänomen, dass eine Automarke kurzzeitig in die Kategorie der Uhren vordringt.
- 1Oktober angekündigte limitierte Modell zum 145-jährigen Jubiläum folgte am 24.
- 2Citizen zog kurz darauf nach und brachte am 15.
- 3Oktober ein limitiertes Modell der Series8 auf den Markt, was deutlich machte, dass der Neuheiten-Reigen im Mittelsegment des Uhrenmarkts weitergeht.
- 4Die italienische Marke D1 Milano brachte am 23.
- 5Die heimische Marke MATOW stärkte am 17.
Fazit
Betrachtet man das Gesamtbild, drehte sich der heutige Uhrenmarkt um Seiko als zentrale Achse, und in- wie ausländische Marken brachten ihre jeweiligen Stärken ein, um einen lebhaften Tag zu gestalten. Robustheit für den Outdoor-Einsatz, Glamour für Frauen, die Tradition des mechanischen Uhrwerks und Kooperationen mit branchenfremden Partnern zeigen eine bemerkenswert breite Vielfalt an Ansätzen. Dass so viele Marken zur gleichen Zeit neue Produkte einführen, ist ein Zeichen dafür, dass die Branche ihre Vorbereitungen für das Geschäft von Herbst bis zum Jahresende nun ernsthaft angeht. Für Verbraucher hat sich die Auswahl schlagartig erweitert, und es beginnt eine erfreuliche Saison; für die einzelnen Marken dagegen wird es entscheidend sein, wie sie ihre eigene Identität herausstellen.