Zusammenfassung
AT&T hat im Oktober etwas getan, das im Mobilfunk selten vorkommt: Statt seine erbittertsten Rivalen zu bekämpfen, hat das Unternehmen sich mit ihnen zusammengetan. Der Konzern kündigte ein Gemeinschaftsunternehmen an, das ausdrücklich dazu dienen soll, Funklöcher im ganzen Land zu beseitigen. Entscheidend ist dabei, dass Verizon und T-Mobile in diesem speziellen Vorhaben als Partner und nicht als Konkurrenten genannt wurden. Für eine Branche, die auf dem Unterbieten einander bei Netzabdeckungskarten und Tarifen aufgebaut ist, sticht ein gemeinsamer Infrastrukturvorstoß gegen die hartnäckigen Lücken in der ländlichen und abgelegenen Versorgung als außergewöhnlicher Schritt hervor. Zugleich wurde er sofort zu der Geschichte, an der sich die Anbieter in dieser Woche messen lassen mussten.
Details
Diese Zusammenarbeit hat den Wettbewerb an allen anderen Fronten allerdings nicht aufgehoben. Der jüngste Quartalsbericht von AT&T unterstrich die Glasfaserpläne des Konzerns. Führungskräfte lobten das Wachstum von AT&T Fiber im Heiminternetgeschäft und betonten, dass das Unternehmen stärker auf Breitband als Gegengewicht zur Sättigung im Mobilfunk setzt. Xfinity und Spectrum dominierten unterdessen die Angebotsübersichten für Internetverträge im Oktober und lieferten sich Schlagabtausche über Preisvergleiche pro Monat, während Haushalte sich vor dem Winter umsahen. Verizon Fios tauchte in denselben Ratgebern auf und kämpfte darum, im Duell zwischen Kabel und Glasfaser relevant zu bleiben, einem Konflikt, der keine Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Die disruptivere Geschichte kam jedoch aus dem All. Starlinks Schritt zu einem ernsthaften US-Mobilfunkanbieter beherrschte in dieser Woche die Telekommunikationsschlagzeilen. Die Berichterstattung stellte das Satellitennetz von SpaceX als echte Bedrohung für traditionelle Anbieter dar und nicht bloß als Nischenalternative für den ländlichen Raum. Dieser Wandel erklärt auch, warum AT&T, Verizon und T-Mobile bei den Funklöchern plötzlich eine gemeinsame Basis gefunden haben. Auf der Gerätseite hielt Motorola seinen Namen im Veröffentlichungskalender des Oktobers präsent, während nach und nach Details zum Starttermin für Nordamerika bekannt wurden. OnePlus tauchte ebenfalls in der Berichterstattung über Handy-Angebote auf, obwohl Fragen zur Verfügbarkeit in den USA die Marke weiterhin begleiteten. T-Mobile war indes nicht nur durch das Gemeinschaftsunternehmen sichtbar, sondern auch durch seine eigenen offensiven Angebote und seine Wettbewerbspositionierung. Der Konzern war entschlossen, AT&T und Verizon nicht allein die Bedingungen der Funkloch-Debatte diktieren zu lassen.
- 1AT&T hat im Oktober etwas getan, das im Mobilfunk selten vorkommt: Statt seine erbittertsten Rivalen zu bekämpfen, hat das Unternehmen sich mit ihnen zusammengetan.
- 2Der Konzern kündigte ein Gemeinschaftsunternehmen an, das ausdrücklich dazu dienen soll, Funklöcher im ganzen Land zu beseitigen.
- 3Entscheidend ist dabei, dass Verizon und T-Mobile in diesem speziellen Vorhaben als Partner und nicht als Konkurrenten genannt wurden.
- 4Zugleich wurde er sofort zu der Geschichte, an der sich die Anbieter in dieser Woche messen lassen mussten.
- 5Diese Zusammenarbeit hat den Wettbewerb an allen anderen Fronten allerdings nicht aufgehoben.
Fazit
Betrachtet man alles zusammen, zeigte die Telekommunikationslandschaft dieser Woche eine Branche, die sich auf eine neue Art von Konkurrent einstellt, statt nur untereinander zu kämpfen wie bisher. Das Gemeinschaftsunternehmen von AT&T, Verizon und T-Mobile wirkt weniger wie guter Wille als vielmehr wie eine defensive Allianz gegen die Satellitenpläne von Starlink, auch wenn alle drei an anderen Fronten weiterhin um Glasfaser, Heiminternetpreise und Handy-Angebote konkurrieren. Die ständige Präsenz von Xfinity und Spectrum in Angebotsvergleichen zeigt, wie preissensibel die Suche nach Breitband inzwischen geworden ist, während Fios in einem dichten Feld um Relevanz ringt. Kommen Motorola und OnePlus hinzu, die im Gerätezyklus um Aufmerksamkeit ringen, ergibt sich das Bild einer Branche, die gleichzeitig an mehreren Fronten ihre Stellung zu halten versucht: bei der Abdeckung, bei den Preisen, bei der Hardware und nun erstmals seit Langem bei einer glaubwürdigen Bedrohung, die nicht von der Konkurrenz am Boden, sondern aus dem Orbit kommt.